Ein dunkler Fleck in der Zimmerecke, hinter dem Schrank oder an der Fensterlaibung: Schimmel ist in älteren Gebäuden ein häufiges Problem. Die schnelle Lösung – Farbe drüber – hilft nur kurz. Denn Schimmel braucht Feuchtigkeit. Solange die Feuchtequelle bleibt, kommt er zurück.
Die Ursache zählt, nicht der Fleck
Das Umweltbundesamt (UBA) ist hier eindeutig: Die Ursache der Feuchte muss gefunden und beseitigt werden, sonst kommt der Schimmel wieder. Befallene Materialien müssen gereinigt oder entfernt werden. Überstreichen allein beseitigt weder die Feuchte noch den Befall im Material.
Hinzu kommt: Frische Farbe verdeckt den Befall nur optisch. Ist das Material dahinter weiter feucht, bleiben die Bedingungen für Schimmel bestehen – und nach einigen Wochen oder Monaten zeigt sich der Fleck erneut, oft größer als vorher.
Typische Ursachen im Altbau sind:
- Kalte Wandstellen: An Außenecken, Fensterlaibungen oder ungedämmten Bauteilen schlägt sich die Feuchte aus der Raumluft nieder.
- Schäden am Gebäude: Zum Beispiel undichte Stellen an Dach, Fassade oder Leitungen, durch die Wasser eindringt.
- Zu wenig Lüften: Kochen, Duschen, Wäschetrocknen – im Alltag entsteht viel Feuchtigkeit, die abtransportiert werden muss.
Oft wirken mehrere Ursachen zusammen. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick, bevor saniert wird.
Richtwerte: Luftfeuchte und Lüften
Das UBA empfiehlt eine relative Luftfeuchte von 40 bis 60 %. Auf Dauer sollte sie nicht über 65 bis 70 % liegen. Ein einfaches Hygrometer zeigt Ihnen, wo Sie stehen.
Im Winter reicht laut UBA meist zwei- bis dreimal täglich etwa fünf Minuten Stoßlüften pro Raum.
Neue Fenster: dichter heißt nicht automatisch besser
Wer im Altbau die Fenster tauscht, macht das Gebäude dichter. Ohne angepasstes Lüftungsverhalten kann das das Schimmelrisiko erhöhen. Laut Fachpresse verlangt die Lüftungsnorm DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept, wenn in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus mehr als ein Drittel der Fenster getauscht wird. Planen Sie das beim Fenstertausch gleich mit ein.
Selbst entfernen oder Fachbetrieb?
Kleinen, oberflächlichen Befall unter 0,5 m² können Sie laut UBA selbst entfernen. Größeren Befall sollte ein Fachbetrieb sanieren. Auch bei kleinen Flächen gilt: Wenn die Ursache nicht geklärt ist, ist das Problem nicht gelöst.
Ausführliche Hinweise zu Ursachen, Bewertung und Sanierung enthält der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts (Link unten).
So gehen Sie vor
- Befallene Stelle dokumentieren (Fotos, Größe, Ort).
- Luftfeuchte über einige Tage beobachten.
- Mögliche Ursachen eingrenzen: kalte Wand, Bauschaden oder Lüftung?
- Bei Bauschäden: die Ursache am Gebäude beheben lassen.
- Erst danach befallene Materialien reinigen oder austauschen und neu beschichten.
Wenn die Ursache am Gebäude liegt
Liegt die Ursache nicht im Lüftungsverhalten, sondern am Gebäude, hilft nur eine bauliche Lösung. Typische Arbeiten sind zum Beispiel die Reparatur undichter Stellen an Dach oder Fassade, das Erneuern von geschädigtem Putz oder die Verbesserung kalter Bauteile. Welche Maßnahme sinnvoll ist, lässt sich erst nach einer Besichtigung vor Ort sagen. Wichtig ist die Reihenfolge: zuerst die Ursache beheben, dann die Oberflächen erneuern. Wer es umgekehrt macht, bezahlt den Anstrich zweimal.
Checkliste
- Befall größer als 0,5 m²? Dann einen Fachbetrieb beauftragen.
- Luftfeuchte messen: Ziel 40–60 %, dauerhaft nicht über 65–70 %.
- Im Winter 2–3-mal täglich etwa 5 Minuten stoßlüften.
- Kalte Wandstellen, Fensterlaibungen und Außenecken prüfen.
- Auf Bauschäden achten (Dach, Fassade, Leitungen).
- Nicht einfach überstreichen – erst die Ursache beseitigen.
- Beim Fenstertausch an Lüftung denken (Lüftungskonzept).
Stand: Oktober 2026 – keine Rechts-/Steuerberatung. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Gesetze, Normen und Förderbedingungen können sich ändern. Bitte prüfen Sie die aktuellen Angaben bei den verlinkten Quellen.
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